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FAQ – Gerüst & Gerüstbau

Egal ob Bauherr oder fachfremd – Sie interessieren sich für den Gerüstbau und wollen wissen, welche Faktoren bei der Planung und Ausführung berücksichtigt werden müssen? PlakatQuadrat informiert Sie und beantwortet alle Fragen rund um das Thema Gerüst & Gerüstbau.

1. Was ist Gerüstbau?

Der Gerüstbau ermöglicht durch das Aufstellen von Arbeits- und Sicherheitsgerüsten das sichere und effiziente Arbeiten auf der Baustelle. Ob Neubau, Sanierung oder Umbau, kaum ein Bauvorhaben kommt ohne den Gerüstbau aus. Durch den Gerüstbau werden vorübergehende Arbeitsflächen in unterschiedlicher Höhe geschaffen. Somit wird für optimale Arbeitsbedingungen und größtmögliche Sicherheit am Bau gesorgt. Damit man den verschiedenen Anforderungen der Baumaßnahmen gerecht wird, sind Gerüste in unterschiedlichen Ausführungen vorhanden. Je nach Konstruktionsart und Verwendung gibt es verschiedene Sicherheitsvorschriften, die Unfälle an der Baustelle vorbeugen sollen. Der Gerüstbau unterliegt den Bauvorschriften und DIN-Normen, die zwingend einzuhalten sind, damit Unfälle an der Baustelle vorgebeugt werden.

2. Ab welcher Höhe wird ein Gerüst benötigt?

Ein Gerüst oder ein Geländer muss generell ab einer Arbeitshöhe von 3 Metern erstellt werden. Bei Malerarbeiten unterhalb dieser Höhe verzichtet man jedoch meistens auf ein Gerüst. Der Aufbau eines Schutzgerüsts ist bei Arbeiten in einer Höhe von 5 Metern und höher zwingend erforderlich. Gesetzlich vorgeschrieben ist das Erstellen eines Gerüstes bei einem Rohbau bzw. Neubau eines Hauses, sowie grundsätzlich auch bei allen Dacharbeiten. Im Allgemeinen ist die Qualität der Bauleistung höher, wenn von einem vernünftigen Gerüst gearbeitet wird. Ein guter Gerüstbauer erspart dem ausführenden Handwerker wertvolle Zeit und somit Geld.

3. Wie teuer ist der Gerüstbau?

Die Kosten erschließen sich hauptsächlich aus der Größe und Standzeit des jeweiligen Gerüstes. Des Weiteren müssen auch Kosten für Anlieferung, Auf- und Abbau und die technische Abnahme einkalkuliert werden. Durchschnittlich belaufen sich die Kosten für ein Gerüst auf einen Preis von 6 bis 9 Euro pro m2. Die Standzeit wirkt sich in der Regel nur gering auf den Preis aus. Außerdem kommt es zu erheblichen Kostenunterschieden je nach Region und Saison. So sind in ländlichen Regionen Gerüste grundsätzlich günstiger als in Großstädten. Darüber hinaus sind Gerüstbauer im Sommer häufig ausgelastet, die Nachfrage steigt und somit auch der Preis. Um hohen Kosten aus dem Weg zu gehen, empfiehlt es sich rechtzeitig einen Gerüstbauer zu kontaktieren und einen Termin zu vereinbaren. Eine kostengünstige Alternative zum Gerüstbau stellt das Rollgerüst dar. Es ist für kleinere Arbeiten oder Arbeiten am Eigenheim geeignet.

4. Was ist beim Gerüstbau zu beachten?

Beim Gerüstbau ist unbedingt zu beachten, dass Schutz und Sicherheit während des gesamten Bauvorganges gewährleistet sind. Der Gerüstbauer hat sich unbedingt an die Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen (VOB) zu halten. Sie gibt klar vor, welche Informationen, Maße und Zeichnungen zur Berechnung verwendet werden. Einen wichtigen Bestandteil der VOB stellt die „Allgemeine Technische Vertragsbedingungen für Bauleistungen (ATV) – Gerüstarbeiten“ dar, auch bekannt als DIN 18451. Des Weiteren regeln DIN 1960 die Vergabe von Bauleistungen und DIN1961 die Ausführung. Um die Vorgaben der VOB zu ergänzen, reglementiert die DIN EN 12810 den Aufbau von Fassadengerüsten aus vorgefertigten Teilen, die DIN EN 12811 das Vorgehen bei temporären Konstruktionen für Bauwerke. Für Anforderungen, Bemessung und Entwurf von Traggerüsten ist die DIN EN 12812 zuständig. Die DIN 4426 fasst die Grundlagen für die Planung und Realisierung von Absturzsicherungen zusammen. Darüber hinaus gelten ab Januar 2019 neue Vorgaben zum Schutz vor Absturz von Gerüsten. Diese sind in den Technischen Regeln für Betriebssicherheit (TRBS 2121) zusammengefasst. Hält sich der Gerüstbauer an diese Vorschriften, ist die Sicherheit auf der Baustelle gegeben.

5. Wie viel verdient man als Gerüstbauer?

Der Beruf des Gerüstbauers zählt zu den handwerklichen Berufen. Die Ausbildungsgehälter liegen im mittleren Bereich und sind jährlich gestaffelt. Das heißt, ein Auszubildender bekommt pro neu angefangenem Lehrjahr eine Gehaltserhöhung. Im ersten Jahr der Ausbildung liegt das Gehalt eines Gerüstbauers bei circa 600 € pro Monat, gefolgt von circa 800 € im zweiten Jahr und bis zu 1050 € im dritten Lehrjahr. Das Einstiegsgehalt eines aus- gebildeten Gerüstbauers liegt zwischen 1.800 bis 2.000 € brutto monatlich. Durch Fortbildungen, zum Beispiel als Techniker für Bau- oder Hochbautechnik lässt sich das Gehalt problemlos verbessern.

6. Welche Gerüstarten gibt es?

Es gibt verschiedene Gerüstkonstruktionen, welche grundsätzlich nach Verwendungszweck, Tragsystem und Ausführungsart gegliedert werden. In Bezug auf ihre Verwendung unterscheidet man zwischen Arbeitsgerüsten, Schutzgerüsten und Lehrgerüsten. Bei den verschiedenen Tragsystemen differenzieren sich Standgerüste, Hängegerüste, Auslegergerüste und Konsolgerüste voneinander. Hinsichtlich der Ausführungsart unterteilt man Gerüste in Stangengerüste, Leitergerüste oder Systemgerüste. Zusätzlich gibt es Spezialgerüste, unter anderem für Fassaden, Schornsteine oder Dächer. Obwohl sich die einzelnen Gerüste in vielen Aspekten unterscheiden, gelten für sie weitestgehend die gleichen Vorschriften bezüglich Aufstellung und Nutzung.

7. Wie sichert man ein Gerüst bei Unwetter?

Grundsätzlich gilt: Eine Baustelle muss so gesichert sein, dass niemand zu Schaden kommt – auch bei Unwetter, Sturm oder Regen. Um die Sicherheit auf der Baustelle zu gewährleisten, sollte ein Gerüst immer von einem Gerüstbauer überprüft werden und abgenommen werden lassen. Ein Gerüst muss unbedingt technisch geprüft sein und dementsprechend ein Siegel tragen. Im Falle einer Sturmwarnung ist die Baustelle zu sichern, die Personen sind in Sicherheit zu bringen. Vor dem eintreffenden Unwetter empfiehlt es sich, jegliche Planen sowie alle anderen Gegenstände vom Gerüst zu entfernen und die Verbindungen auf ihre Haltbarkeit zu prüfen. Sollten während des Unwetters Schäden entstanden sein, gilt es, mögliche Folgeschäden am nächsten Tag zu vermeiden. Zuerst sollte für ein verletzungsfreies Begehen der Baustelle gesorgt werden. Dafür sind beispielsweise herumliegende Gegenstände zu entfernen und undichte Stellen abzudecken.

Ist die Baustelle ausreichend abgesichert, können die entstandenen Schäden ausführlich dokumentiert werden. Die Schäden müssen fotografiert und schriftlich dokumentiert werden, ebenso die Maßnahmen für die Schadensregulierung. Dies ist sehr wichtig, da die Versicherung nur haftet, wenn ein detaillierter Nachweis des Schadens erbracht wird. Eine gründliche Schadensdokumentation hat außerdem den Vorteil, das Prozedere mit der Versicherung zu beschleunigen. In der Regel übernimmt die Bauleistungsversicherung die Kosten für zerstörte Bauteile und erforderliche Handwerkerleistungen, nachdem der Sachverhalt durch einen Gutachter geprüft wurde. Zusätzlich übernimmt die Bauherrenhaftpflichtversicherung Schäden, für die Ansprüche Dritter gelten, beispielsweise, wenn durch das Unwetter Personen-, Sach- oder Vermögensschäden entstanden sind.

8. Wer ist für die Sicherheit bei Arbeiten am Gerüst verantwortlich?

Seit Januar 2019 gelten neue technische Regeln für Betriebssicherheit, die TRBS 2121-1. Unter anderem soll so die hohe Zahl der Absturzfälle verringert werden. Laut den neuen Regeln müssen Auftraggeber den Arbeitsschutz während des Gebrauchs sicherstellen. Des Weiteren sind sie zu zusätzlichen Sicherungsmaßnahmen verpflichtet. Wegen der TRBS 2121-1 entsteht ein höherer Material- und Zeitaufwand beim Gerüstbau, aber auch eine größere Haftungsverantwortung für den Auftraggeber. Der Auftraggeber als Nutzer wird stärker zu Verantwortung gezogen, da er nun für die Funktionskontrolle, die Sicherung gegen unbefugtes Betreten und die Einweisung der Arbeiter auf dem Gerüst zuständig ist. Missachtet der Auftraggeber die Sicherheitsvorschriften der TRBS und ereignet sich ein Unfall, dann muss dieser für die Schäden haften.

9. Wie kann man sein Gerüst vor Diebstahl schützen?

Immer wieder werden Gerüste und Gerüstteile von Baustellen gestohlen. Um die Entwendung von Material vorzubeugen, ist der Einsatz von Sicherheitssystemen ratsam. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, um sein Gerüst vor Diebstahl zu schützen. Die Verwendung einer Funkalarmanlage stellt eine dar. Durch einen Mix aus Alarm- und Viedoüberwachungssystem ist ein dauerhafter, aber auch temporärer Einsatz zum Schutz von Gerüsten einfach realisierbar. Neben einer Funkalarmanlage ist ebenfalls eine Individualisierung des eigenen Gerüstmaterials möglich. Mithilfe von persönlicher Prägung oder der individuellen Farbgestaltung von Bordbretten wird der Wiederverkauf deutlich erschwert. Zusätzlich kann auch ein Gerüstschloss als Mittel der Sicherung dienen. Es gewährleistet nicht nur den wirksamen Schutz vor unberechtigtem Abbau des Gerüstes, sondern erschwert den Umbau des Gerüstes durch Fremde. Das Schloss kann zum Beispiel an der Gerüstinnenseite oder an der fassadenabgewandten Seite angebracht werden. Das Sichern der obersten und der darunterlegenden Lage behindert die Demontage des Gerüstes.

10. Wer ist für die Reinigung eines Gerüstes zuständig?

In der VOB (Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen) ist vorgeschrieben, wer für die Reinigung des Gerüstes nach Abschluss der Bauphase verantwortlich ist. Der Kommentar zur DIN 18451 im Punkt 4.2.23 besagt, dass der Arbeitgeber dafür zu sorgen hat, dass das Gerüst keine Verunreinigungen oder Verschmutzung aufweist, die dem Abbau oder einer Wiederverwendung entgegenstehen. Befinden sich zum geplanten Termin der Demontage grobe Verschmutzungen am Gerüst oder an dessen Material, so ist der Gerüstbauer dazu berechtigt, den Abbau abzulehnen und eine kostenpflichtige Reinigung durchführen zu lassen. Dem Arbeitgeber wird darüber hinaus empfohlen beim Abbautermin anwesend zu sein oder einen Vertreter zu schicken. Des Weiteren steht der Arbeitgeber für alle Schäden und Verluste an Gerüstmaterial, ohne Rücksicht auf ein Verschulden, ein.

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